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AMC Jeep CJ-7 // Laredo // orig. 16.812 km

Vorweg eine kleine Geschichte, die sich prima zur Einleitung eignet.

Jeeps wurden in den 70ern praktisch ausschließlich frei aus USA importiert, wenn ein in Deutschland lebender 4WD-Fan unbedingt so einen wollte. Die Schweizer, die Italiener und einige weitere Import-Länder waren da quirliger, aber bei uns gab es außer dem Allrad-Schmitt im Fränkischen kaum einen Betrieb, der diese urigen, für die Straße domestizierten Armee-Jeeps namens Laredo oder Renegade, Golden Eagle usw. zu uns nach Deutschland brachte.

Ich selbst wollte damals als Twen unbedingt so ein Auto haben, und irgendwie schaffte ich es mit Hilfe der Süddeutschen Zeitung, dem Auto, Motor & Sport und weiteren Magazinen, einen freien Importeur aus dem Frankfurter Raum für meinen Wunsch zu gewinnen, mir einen nagelneuen „Silver Anniversary“ CJ5 mit Schaltgetriebe und dem dicken V8-Motor zu besorgen.

Monate später kam das Auto via Atlantik-Route auf dem Schiff über Bremerhaven in Deutschland an, wurde nach FFM gekarrt, erhielt die nötige Umrüstung, neuen TÜV per Vollgutachten, und stand schließlich fast ein halbes Jahr nach der verbindlichen Bestellung nagelneu für mich in Frankfurt zur Abholung bereit.

Ich also nach Frankfurt, schon die richtigen Klamotten dafür an (Latz-Jeans, Holzfällerhemd, Chucks, Base-Cap), mit 3-Tages-Roten Nummern unterm Arm, um die Kiste heimzubringen. Selbst einfahren, versteht sich. War ja neu, der Jeep….

Ich kam also in Frankfurt an, stand irgendwann am vereinbarten Platz, und blickte in ca. 40 typische Jeep-Gesichter, während ich wiederum vom Verkäufer erkannt und begrüsst wurde. Meine ersten Worte waren“ Hallo, wie geht´s?“  Und ohne Pause direkt dahinter „Wo steht er?“

Der Verkäufer zeigte mit dem Finger auf einen silbernen Jeep direkt neben mir und ich hatte den Eindruck, er erwartete nun einen Freudentanz von mir….mitnichten. Ich bat ihn gerade noch höflich genug, mit mir keine Spielchen zu treiben, indem er mir eine geschätzt 5 Jahre alte Kiste für neu unterjubeln will, sondern jetzt mal Butter bei die Fische – meinen „NEUEN“ zeigen soll.

Der silberne „Anniversary“ neben mir WAR DER NEUE! Der Importeur hatte ausschließlich NUR NEUE Jeeps am Lager, und keinen einzigen Gebrauchten! Von 3 Metern Entfernung sah ich bereits praktisch an allen Fahrzeugen verrostete Hauben-Arretierungen, Rückspiegel-Beschläge, Felgen, Achsen, Blattfedern usw. Der Chrom war qualitativ derart schlecht, daß praktisch alle damit beschichteten Teile nach ein paar Brisen Salzwasser auf dem Schiff munter vor sich hinrosteten und schon vor der Erstzulassung an einem 2-3 Monate „alten“ Auto im Grunde unmöglich dranbleiben konnten.

Das war 1977, also ziemlich genau vor 40 Jahren. Im Laufe der nächsten Jahre und Jahrzehnte fielen mir einige Jeeps in die Hände. Und bei jedem einzelnen festigte sich meine im Jahr 1977 gewonnene Erkenntnis:

AMC baut diese Autos nicht auf Sicht….

Das betrifft nicht die simple, aber dafür robuste Technik. Aber was hilft einem simple und robuste Technik, wenn die Karosserie innerhalb kürzester Zeit ohne jegliche Rostvorsorge abfällt?

Ein Winter mit Streusalz, und alles geht seinen unweigerlichen Gang des Irdischen… 2 TÜV-Perioden später steht man vor einem Restaurierungs-Projekt. Aber glücklicherweise mit simpler, robuster Technik….

Nun zu unserem CJ7 Laredo, der unseres Wissens der „edelste“ unter den Sondermodellen war. Mit Lederausstattung, Teppich, Radio und Hardtop, Chromfelgen und Chrom-Stoßstangen und ein paar Dingen mehr, wie z.B. in unserem Fall ein 4-Gang-Getriebe mit der ultralangen Europa-Übersetzung, weil! nämlich unserer nie in USA lief, sondern vom ersten Tag im italienischen Piemont von einem Winzer zwar gefahren, aber noch mehr geliebt wurde.

Inzwischen hat der CJ 7 echte, aber vor allem in jedem Winkel seines Innen-und Motorraums, und schließlich seinem Unterboden sichtbar sanft zurückgelegte 16800 km unter seine Reifen gebracht.

Wahrscheinlich war der Jeep kaum im Regen, nie im Gelände, keinesfalls im Winter, und unter keinen Umständen jemals im Salz unterwegs.

Und wahrscheinlich werden Sie keinen zweiten, unrestaurierten und original erhaltenen Jeep aus den 70ern in diesem Zustand mehr finden.

Mehr können und wollen wir dazu nicht sagen, denn das Auto spricht für sich selbst. Wir laden Sie herzlich zum Besuch in unserem Hause ein, um sich ein Bild von diesem Kult-Klassiker zu machen.

Wir würden uns wirklich für „Ihn“ freuen, wenn er zu einen neuen Besitzer kommt, der seine Einmaligkeit zu schätzen weiß und ihn weiterhin so erhält, daß er weitere 4 Jahrzehnte von all dem verschont bleibt, was ca. 99,99% seiner Kameraden erleben mussten, bevor sie in Steinbrüchen und Kiesgruben „beerdigt“ wurden.

Unser Laredo wurde per Vollgutachten und H-Abnahme für alle weiteren Jahre für die Straße vorbereitet, und freut sich auf seinen neuen Besitzer. Zulassungsfertig, gewartet, und in Bestzustand.

Unsere ganz dls-untypische, aber dafür umso besser gemeinte Empfehlung für Sie,

Ihr DLS team

 

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