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Bitter SC Coupé 3.9

Die herrlichen Fotos des Herrn mit dem wachen Auge, Mario Brunner, sind zugegebenermaßen sehr gelungen. Dem Objekt selbst schmeicheln sie aber nicht mehr,als nötig, um es in Szene zu setzen. Es spricht für sich. Wer davor steht oder es vorbeifahren sieht, weiß, was wir meinen.

Bitter SC. Die meisten von uns haben ihn noch nie live gesehen. Und wenn, hielten sie ihn wahrscheinlich für einen dieser unbezahlbaren Exoten aus Italien, weil er vor allem dem Ferrari 400 zum täuschen ähnelt.

Er wurde in Summe aller gebauten Varianten und Motorisierungen keine 500 Mal gebaut, was für einen nimmermüden Self-Made-Autobauer, Designer und Rennfahrer wie Bitter einen Achtungserfolg darstellt! Wir haben im Laufe der Jahre viele – auch spektakuräre – Neuerfindungen und zusammengebastelte Seifenkisten erlebt, die niemals eine echte Chance hatten… Manche davon halten sich bis heute und tauchen immer wieder aus der Versenkung auf. Bitter jedoch verstand es, äußerst gefällige Formen mit einer bewährten, zuverlässigen Technik zu verheiraten, die darüber hinaus von jeder OPEL-Werkstatt zu warten war… Der Rest ist Geschichte.

Unser SC ist ein äußerst gepflegtes Exemplar, das seine 35 Jahre bis heute faltenfrei überstanden hat und offenbar auch im Innenraum vor Stress bewahrt wurde. Was ihn jedoch besonders auszeichnet bzw. seinen Fahrer in seinem Fahrstil einfängt, ist vor allem die komfortable Gelassenheit, mit der sich dieses imposante viersitzige Coupé bewegen lässt. Unter der Karosserie verbirgt sich Opel Monza-Technik, die keine großen Modifikationen nötig hatte. Ein etwas strafferes Fahrwerk, etwas sportlichere Fahreigenschaften insgesamt und der deutlich erstarkter Antrieb – Sie gleiten so entspannt wie Harald Juhnke selig nach acht Korn….

Der bearbeitete Motor wurde keineswegs auf klassische Art mit den üblichen Schritten „Zylinderkopf, Verdichtung, Steuerzeiten, Anpassung der Gemischaufbereitung und Zündung“ aufgerüstet, sondern bekam „nur“ eine neu entwickelte Kurbelwelle mit deutlich längerem Hub eingepflanzt, um seine sprichwörtliche Laufruhe und Seidigkeit nicht zu verlieren. Fahrkomfort war oberste Priorität bei Bitter, wozu bekanntlich üppig eingeschenkter Hubraum wesentlich beiträgt. So erstarkt, fährt sich der Bitter SC deutlich souveräner als sein Serien-Pendant mit drei Litern Hubraum und passt somit bestens zur insgesamten Charakteristik des Wagens. Die dazu gewählte Automatik-Box hat durch diesen auf maximales Drehmoment ausgelegten Antrieb immer den richtigen Gang parat, um aus jeder Geschwindigkeit und Drehzahl kraftvoll zuzulegen, ohne dabei jemals Hektik im Fahrgastraum aufkommen zu lassen.

Es handelt sich beim Bitter SC ganz eindeutig um ein „Herren“-Coupé -mit komfortablem Leder-Interieur, wohliger Klimatisierung und angenehmer Stereo-Akustik drängt sich dieser 4-sitzige Grand Tourismo nie in den Vordergrund, ebenso wie sein sonorer 6-Zylinder weder nach innen oder außen halbstarke Töne von sich gibt.

Der Zustand dieses Bitter Coupé ist in jeglicher Hinsicht außergewöhnlich gut und vor allem aus technischer Sicht auf der Höhe der Zeit. Spontane Urlaubsantritte können mit diesem Kraftwagen durch Volltanken, Luftdruck prüfen und den üppigen Kofferraum füllen sofort umgesetzt werden. Während der Fahrt wird sein künftiger Besitzer nicht umhin kommen, zumindest an Tankstellen oder Rasthöfen ausgiebige Antworten zu geben. Glücklicherweise muss er das nur selten auf Grund des moderaten Verbrauchs. Die Befindlichkeiten der beifahrenden Passagiere sind häufigere Gründe für Zwangspausen. In diesem Fall hat man als Pilot wenigstens das Glück, wieder mal seinen Bitter umrunden zu können… Das nennt sich „Check“, ist aber nichts anderes als ein liebevolles Streicheln mit dem Auge. Echte Automobilisten werden uns an dieser Stelle diskret Recht geben…

Der Wagen ist – sowie er irgendwo steht – ein Blickfang im angenehmsten Sinne und im Mittelpunkt vieler Menschen, denen es in dem Moment so geht wie vielen von Ihnen – nie gesehen, bestenfalls mal was davon gehört, aber angenehm von seinen Formen und Proportionen überrascht. Geradezu modern nach über 3 Jahrzehnten und damit ein wahrlich großer Wurf von Herrn Bitter.

Sollten Sie uns zustimmen und diesen Wagen mit der gleichen, wertfreien Unbefangenheit als unbedingt erhaltenswerten Zeitzeugen betrachten, dann kommen Sie doch einfach mal bei uns vorbei und schauen ihn sich von der Nähe an – auch, wenn er seine ganze Pracht und sein Format mit etwas Abstand betrachtet am besten überträgt. Uns fallen keine fünf vergleichbare automobile Zeitzeugen ein, die diesen praktischen, aber vor allem historischen Gegenwert für unseren geforderten Kaufpreis bieten. Durchaus vergleichbar wäre z.B. ein 6er BMW-Coupé, das bei ähnlichen Eckdaten und Zustand preislich auf Augenhöhe liegt. Im Vergleich zum Bitter SC jedoch ist er geradezu ein Massenartikel, den man fast an jeder Ecke sieht. Versuchen Sie mal, einen zweiten Bitter SC auf freier Wildbahn zu ertappen…

Würde man nun diese Exklusivität durch mangelnde Reparatur-Unfreundlichkeit, zickige Technik, unterirdische Ersatzteilversorgung usw. erkaufen, könnte man Einwände zum hinkenden Vergleich mit dem oben erwähnten BMW gelten lassen. In diesem Fall jedoch haben wir es wesentlich mit einem Opel zu tun. Und schon kippt die Waage wieder Richtung Bitter, denn wie wir alle wissen, war ein Opel noch vor drei Jahrzehnten vor allem eines – ein zuverlässiger Freund, der seinen Fahrer nicht im Stich ließ. Warum sollte es heute anders sein?

Mit den besten Empfehlungen
Ihr DLS Team

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