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Ferrari 512 TR Testarossa

Wie definiert man bei einem 25 Jahre alten Ferrari den allgemein gehaltenen Zustandsbegriff „gut“? Was ist „gut“?

Für den einen mag ein wirklich kompliziertes Automobil mit herrausragenden technischen Besonderheiten schon dann „gut“ sein, wenn er sich aus eigener Kraft aus der Garage bewegt. Für den nächsten Betrachter schon kann das „gut“ des ersten Betrachters genauso auch „miserabel“ bedeuten.

Bei einem Kraftwagen wie dem Ferrari 512 TR – Kult, Legende, Flaggschiff Ferraris, der letzte, gebaute Mittelmotor-ZwölfzylinderSeriensportwagen der Marke Ferrari und  Design-Ikone zugleich – spielen derart viele, zu beachtende Dinge ineinander, daß es schier unmöglich erscheint, sorglos diesen Qualitäts-Begriff „gut“ auszusprechen, nachdem man so einen 512er mehrfach umrundet hat.

Eine große Hilfe ist zum Beispiel, mehrere dieser Fahrzeuge durch all die vergangenen Jahrzehnte gefahren, gewartet und gepflegt zu haben. Am besten ab da, als es sie neu zu kaufen gab. Sollte das Gedächtnis keinerlei Funktionsstörung haben, und sollte der „Gutachter“ keine rosa Brille tragen, sollte „Gut“ im Falle eines Testarossa nie alleine stehen dürfen, sondern eher sowas wie „so gut wie möglich“. Diese 4-rädrigen Primadonnas waren ab Werk Zicken. Nennen wir das Kind beim Namen und beschreiben dieses Auto mal unothodoxerweise einfach ehrlich und offen. Es waren und sind Zicken, die – wie richtige Zicken im Leben halt so sind – sehr großen Launenschwankungen unterliegen. Auch, wenn man sie hätschelt und tätschelt und sie verwöhnt, indem man ihnen regelmäßig neue Zahnriemen spendiert und ihre Inspektionen durchführt (was immer ein großer Akt zu sein scheint, denn wenn man die dazu gehörenden Rechnungen dieser Arbeiten betrachtet, treibt es dem gesundheitlich stabilen Betrachter mindestens den Blutdruck durch die Decke.

Weil das alle Ferraristi, und darüber hinaus alle markenunabhängigen Automobilisten wissen (selbst die meisten Spatzen wissen es und pfeifen es von Ihren Dächern…), werden diese Testarossa zwar ehrfürchtig wahrgenommen bzw. betrachtet/besichtigt, aber sich einen mit allen Konsequenzen in die Garage zu stellen, wagen wirklich Wenige!

Hier bei uns im Betrieb sitzt in Jahrzehnten gesammelte Erfahrung, werter Leser. In Summe sind es über hundert Jahre, die hier Automobilisten mit wachem Auge, offenen Ohren und sensiblen Popometern in zum Teil wirklich beachtlichen Automobilen verbracht haben. Darunter übrigens, wie oben bereits erwähnt, auch schon einige Testarossa- Ferrari. Mit gefestigter Meinung, aber auch einer gewissen Altersmilde gesegnet, verzeiht man dem „Prüfling“ oftmals schon beim darauf zugehen die gröbsten Schnitzer, weil der Mensch nunmal so tickt und Schlimmes im Laufe der Zeit schwindet oder weniger schlimm wird, das Gute aber hängenbleibt und oftmals noch schöner in der Erinnerung scheint, als damals in Echt, live und in Farbe.

So stellen Sie sich den Verfasser dieser Zeilen vor, der mit fundiertem Wissen zur Abholung dieses Testarossa ins badisch-hessische fährt, um den Wagen hoffentlich heil und am Stück „nach Hause“ zu tragen. Er hat keine Lust auf Zicken und dergleichen, sondern einfach mal zügig und am Stück nach Hause fahren. Ohne Pause, ohne ADAC und ohne Pannenhilfe. Im Winter braucht das kein Mensch, mit nem Testarossa gemeinsam auf einem verwaisten Parkplatz bei Schneetreiben auf den ADAC zu warten…meist geht ja bei ner Panne der Motor nicht zu starten oder so, und selbst wenn er das tut, dann ist ja meistens was anderes, wie zum Beispiel die Temperaturvorwahl der Heizung, die dann trotz eingestellter 30 nur gefühlt 3 ° kalte Luft in den Wagen befördert. Aber dafür kocht dann das Kühlwasser….es ist ja immer irgendwas…

Um die Geschichte mit dem angezeigten 512 nicht zu spannend zu machen – dieser hier präsentierte Testarossa ist „gut“.

Das ist nach dieser erklärenden Einleitung zu diesem Fahrzeug-Typ, und zur Einstellung des Verfassers zu eben diesem die zwar kürzeste, aber dafür beste Beschreibung, die so ein Testarossa von ihm bekommen kann.

Und weil oft in der Kürze die Würze liegt, bitten wir Sie einfach, uns zu besuchen. Wenn Sie einen Termin mit uns vereinbaren, umso besser. Dann haben wir etwas Zeit, gemeinsam die zum Fahrzeug gehörenden Ordner zu studieren, mehrfache Kreise um den Wagen zu gehen, ihn auch an den intimen Stellen zu betrachten, und sollte bis dahin das Interesse des Besuchers eher gewachsen sein, auch mal eine ausgiebige Runde mit dem Wagen probezufahren. Danach wissen Sie, wie „gut“ ein wirklich „guter“ Testarossa 512 TR sein kann. Warum das so ist, erklären wir Ihnen bei Ihrem Besuch, werter Leser.

Vorab geben wir Ihnen inzwischen aber die beruhigende Antwort auf die Frage, die Sie noch nicht mal gestellt hatten: Ja, er hat einen neuen Zahnriemen…

Nicht ohne etwas Schmunzeln verraten wir damit schon vorneweg das Geheimnis dieses Ferrari, der sich so wohltuend von seinen Artgenossen unterscheidet. Dazu gehören 2 Personen. Eine, die den absoluten Willen und die Mittel dazu hat, einen Ferrari Testarossa „gut“ zu machen. Also so „gut“, wie er ab Werk nie war.

Und eine zweite Person, die diesen Wunsch umsetzen kann. Im Idealfall treffen diese beiden Typen aufeinander, dann gibt´s wieder einen „guten“ Ferrari mehr.

Bis auf bald wieder,

Ihr DLS – Team

 

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