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Ford Mustang 289 // Cabriolet // 5-Gang 302 High Output V8

Wenn Sie sich schon die Mühe machen, die ganze Bildergalerie und die dazu erstellte Beschreibung zu lesen, wollen wir uns keinesfalls Nachlässigkeit in der Aufbereitung der Dokumentation nachsagen lassen. Darum kündigen wir Ihnen rechtzeitig eine lesenswerte Geschichte zu diesem A-Serie-Mustang Cabriolet an. Betrachten Sie unsere auf Erfahrung basierenden Ausführungen daher bitte als durchaus ernst gemeinten, aber auch humorvoll gemeinten Rat mit unterstützender Wirkung auf der Suche nach Ihrem Mustang an.

Die mit weitem Abstand meisten Mustangs, die wir im Laufe der letzten Jahrzehnte sahen und zum (kleinen) Teil auch handelten, waren mehr oder weniger….hübsch anzuschauen. Der Mustang an sich war ja auch unbestritten ein großer Wurf, für den die Leute Mitte der 60er in USA Schlange standen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo man Autokinos und Schnellrestaurants erfand, eigentlich ein Unding. Der Amerikaner ist es nicht gewohnt, auf sein Auto warten zu müssen….“to-go“ zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Konsumverhalten des US-Bürgers. Umso erstaunlicher war es also für ihn, Monate lang auf seinen Mustang warten zu müssen.

Zurück zu unseren Erfahrungen mit dem „Pony“.

Es waren nicht wenige, die wir anschauen, fahren, handeln, oder auch nur beherbergen konnten im Laufe der Zeit. Aber um ehrlich zu sein – nur ganz wenige „nahmen uns mit“. Deutlich erkennbar und allen Modellen gemein – es waren extrem einfach konstruierte, auf Massenausstoß und niedrige Preise ausgerichtete Fahrzeuge, die millionenfach bewährte, simple Großserien-Technik in ein zwar hübsches, aber lieblos montiertes Blechkleid installiert bekamen. Fahrwerk? Fehlanzeige. Bremsen? Na ja…. Verarbeitungs-Qualität? Unterirdisch! Nur die simple Technik konnte in Punkto Zuverlässigkeit punkten, weil sie allein diesem Anspruch gerecht zu werden hatte. Er sollte hübsch aussehen und möglichst immer anspringen, der Mustang.

Mehr wurde nicht erwartet.

Ganz zwangsläufig wurde in diese Fahrzeuge praktisch ab der ersten Schlüsselumdrehung nie wirklich Geld in Wartung, Instandhaltung und Pflege investiert. (Ebenfalls eine sehr typische Eigenschaft des gemeinen Amerikaners, sofern er keine ausgeprägte Affinität zu Autos hegt.) Sie können sich vorstellen, worauf wir hinauswollen? Inzwischen sind über 50 Jahre seit der Vorstellung dieses pseudo-sportlichen Wagens vergangen, es wurden Millionen davon gebaut und fast ebenso viele auch wieder weggeworfen. Dennoch bleiben den US-Car-Maniacs immer noch genügend dieser beliebten Exemplare, um ihrem Hobby nachgehen zu können. Das macht aber die Mustangs nicht besser, als sie schon im Neuzustand waren…die meisten dieser Autos kommen auf üblichem Weg über den großen Teich, finden sich hier bei einem US-Schrauber wieder, der sich im Wesentlichen um die verlorengegangenen Funktionen zu kümmern hat.

„Schau, das er anspringt, schau, daß er bremst, schau, daß das Verdeck öffnet und schließt, schau, daß er halbwegs lenkbar ist, und vor allem: schau, daß es billig bleibt!“ Das war´s im Großen und Ganzen, sofern der Wagen das Glück hatte, bereits in den USA ORDENTLICH neu lackiert worden zu sein. (Wir haben speziell bei Mustangs schon Arbeiten gesehen, die Gänsehaut verursachen….). Wenn nicht, wurde er dann hier noch halbwegs ordentlich neu lackiert, bekam ein neues Verdeck, und schließlich zur Not auch ne neue Innenausstattung, die übrigens in USA quasi nichts kostet und für genauso kleines Geld über schlabbrige, ausgeleierte Sitzlehnen gezogen wurde.

An dieser Vorgehensweise hat sich bis heute im Wesentlichen nichts geändert.

Und schon haben Sie einen Mustang vor sich, der ….nett aussieht. Diesen Typ Mustang finden Sie an jeder Ecke, wenn Sie sich mal durch die bekannten Plattformen bemühen. Es geht bereits bei € 20.000.– los und endet bei € 100.000.– oder mehr. Wie soll sich jetzt der Mustang-Suchende orientieren? Woran soll er denn festmachen, welcher Preis denn nun gerechtfertigt ist, wenn doch sowohl der eine um die Hälfte des verlangten Geldes dem anderen ums Doppelte gleicht, wie ein Ei dem anderen? In USA gibt es extra dafür einen geflügelten Begriff.

„Ten-feeter“.

Mit 10 Fuß Abstand sehen sie alle prima aus….

Sind die, die 50, 60, 80 oder gar 100.000 €uro für ihren Mustang wollen, bescheuert? Es gibt sie doch schon um 20 oder € 30.000.–!! Kommen Sie mal bitte näher, Herr Interessent.

Spätestens jetzt bitten wir Sie in Ihrem eigenen Interesse, diese vermeintlich preiswerten Autos genau anzuschauen. Noch besser – fahren Sie damit. Und wenn Sie im Anschluß an all diese Besichtigungen und Probefahrten mit dem zufrieden sind, was Ihnen gezeigt und vorgeführt wurde, ist alles in Butter. Ihr Anspruch ist erfüllt, und alle sind glücklich.

Unser Ding waren diese oben beschriebenen Mustangs jedoch nie. Leider, oder glücklicherweise, wie auch immer. Solange sie statisch irgendwo dekorativ standen, oder angeworfen wurden und – sofern mit V8 ausgestattet – typisch vor sich hinblubberten, war die Welt in Ordnung. Aber wehe, wir sollten sie fahren… nicht daran zu denken! Dabei fahren wir allesamt gerne Auto!

Das Fahren mit einem „normalen“ Mustang braucht eine innere Einstellung, die uns bisher nie erreichte.

Bis wir an diesen hier „herangeführt“ wurden. Wir hatten seit Jahren darüber gehört, und dennoch fehlte uns der Glaube, ob denn das möglich ist. Ein Mustang, der richtig gut fährt….was für ein Widerspruch in sich! Selbst, als die ausgewiesen anspruchsvolle Frau Ellen Lohr eine mehrtägige Rallye im Jahre 2014 damit meisterte und den Wagen euphorisch lobte, dachten wir so bei uns:“….klar, die kriegt den Wagen gestellt, die kriegt die Rallye bezahlt, und womöglich noch ihre Gage on top! Klaro lobt sie den Wagen!“

Bis uns der Vorbesitzer und liebe Freund des Hauses die Schlüssel vor die Nase hielt und uns quasi zwang, damit zu fahren.

Wir wollen Ihnen so sachlich wie möglich den Ausgang dieser aufgezwungenen Probefahrt vermitteln: die Welt war nicht mehr so, wie wir sie in Sachen Mustang bis dahin kannten. Ganz einfach deswegen, weil wir uns zu keinem Zeitpunkt der letzten Jahrzehnte vorstellen konnten, wie man aus dem ….nett aussehenden Mustang ein richtig gut fahrendes Auto machen kann!

Einen letzten Satz hierzu, der den himmelweiten Unterschied zwischen „nett“, „hübsch“, und all das plus „fahrbar“ ausmacht:

Die meisten „hübschen“ und „nett“ aussehenden Mustangs sind neu lackiert.

Unserer hier ist neu gebaut.

Von jemandem, der weiß, was er tut, und von einem weiteren, der bereit war, vor 15 Jahren diesen finanziellen Canossa-Gang zu gehen. In Summe waren es rund investierte € 100.000.–, die Sie auf rund 500 Fotos in ein Auto reinverschwinden sehen können. Die Dokumentation aller Arbeiten, aber auch die dafür erstellten Rechnungen sind beispielhaft vorbildlich.

Schon daraus wird die Motivation hinter diesem Projekt klar – dieser Mustang sollte möglichst für immer, immer großen Spaß machen, keinen Ärger bereiten, und im besten Fall irgendwann vererbt werden. Daß die Erde sich weiterdreht und das Leben einem nach jeder Ecke neue Aufgaben einschenkt, wird bei solchen Vorhaben gerne mal ausgeblendet…all das sollte der ernsthafte Interessent erfahren, bevor er sich unser Pony näher anschaut.

So, und nun zum Versuch, Ihnen zu beschreiben, was dazu führte.

Erstmal wollen wir Ihnen einige Auszüge aus der vollständig vorliegenden Dokumentation der State-of-Art Restaurierung dieses ziemlich einmaligen „Stangs“ zeigen. Die Arbeiten fanden in den Jahren 2002 und 2003 statt. Seither ist dieses prachtvolle Cabrio rund 12.000 km unter besten Bedingungen gefahren, gewartet und aufbewahrt worden. Seine inzwischen wiedererlangte leichte Patina gibt ihm den unvergleichlichen Charme eines liebevoll und fachkundig benutzten Klassikers. Die damals per Gutachten notierte Qualität: eine glatte 1.

Inzwischen sind 14 Jahre vergangen, die seine Qualität nicht schmälerten, aber seine Benutzung verraten. Das heißt, ein aktuelles Gutachten wird wohl die Note 1,5 vergeben. Wir wollen es genau wissen, darum werden wir in Kürze ein aktuelles Wert-und Zustandsgutachten erstellen lassen, aber wir rechnen ganz klar mit mindestens Note 2 oder besser.

Die Besonderheiten dieses Mustangs finden sich vor allem im Antriebsstrang und in seiner Restaurierungs-Güte. Aufmerksame Betrachter mit Vorkenntnissen bemerken etwa die Aluminium-Zylinderköpfe der Firma Edelbrock mit der krönenden Ansaugspinne und 4-fach-Vergaser aus dem gleichen Haus. Da man nie genug Hubraum haben kann, wuchs dieser „etwas“… um in Verbindung mit dem 5-Gang-Getriebe eine äußerst lässige Fahrweise zu garantieren, die dem Mustang mit seinem „American way of drive“ steht, wie kaum einem anderen Vertreter der 60er-Jahre. Immer jedoch mit dem Punch in der Hinterhand, um dem gemütlichen Cruisen eine überraschende Wendung Richtung Sportwagen zu geben.

Sie glauben´s nicht? Sie werden lachen – wir glaubten es auch nicht. Nach einer ausgiebigen Probefahrt jedoch werden Sie anderer Meinung sein.

Doppelkolben-Bremszangen in Verbindung mit ordentlich dimensionierten Bremsscheiben, straffe Stoßdämpfer der Marke KONI, sauber geführte und gelagerte Achsenaufhängungen, Federn, Stabi usw. halten den Mustang selbst bei ungewöhnlich sportlicher Fahrweise zuverlässig effizient im Zaum, fangen ihn jederzeit wieder ein, wenn er ungestüm wird, und lassen ihn – absolut unüblich! – selbst bei gelassenen 170 km/h Reisegeschwindigkeit schnurgerade marschieren. Einhändig und mit moderaten 3000 U/min. Bei leicht angelegtem Gas. Im fünften „Überland-Gang“.

Darüber hinaus fällt dem Kenner sofort auf, dass dieser Mustang nichts, aber auch gar nichts mit den damals üblichen Spaltmaß-und Fertigungsqualitäten dieser Autos zu tun hat.

Sie waren unterirdisch – und sind es üblicherweise noch, wenn sich keiner drum kümmert. Da diese „Qualität“ an fast allen Mustangs vorzufinden ist, findet man sich als Betrachter irgendwann damit ab und glaubt, das müsse einfach so sein.

Nicht so bei unserem Mustang. Die Spaltmaße könnten vom Großmeister F. Piech persönlich abgenommen worden sein. Die Türen fallen wie von selbst satt in ihre Schlösser, ohne dabei zu scheppern. Hauben vorn und hinten ebenso, die Fenster laufen blitzsauber in ihren Führungen und schließen zum Dach hin satt ab, was sowohl Wasser, als auch Windgeräusche draußen hält, und schließlich alle Anbauteile und Chromzierrat: es passt einfach. Und zwar so gut, dass unweigerlich Fragezeichen zu den sonderbar positiven Erkenntnissen auftauchen. Wieso ist der so… anders? So positiv anders?

Die Fotos der Arbeiten verraten dem Betrachter vorab schließlich – hier saß ein Meister seines Fachs tagelang für die Anpassung der Spaltmaße an den Übergängen und trug solange Zinn auf, bis sie so waren, wie er sich das vorstellte. Perfekt eben. Das ist nur ein Beispiel von vielen, um Ihnen einen Eindruck zu verschaffen, was Sie als eventueller Interessent zu erwarten haben.

Und so zieht sich dieser angenehm empfundene Unterschied wie ein roter Faden durch unzählige Auffälligkeiten, mit denen sich dieser Mustang so wohltuend von üblichen „top-restaurierten“ Exemplaren abhebt. Wohlgemerkt – nicht nur ein wenig, sondern um Längen. Sie glauben es nicht? Wie gesagt – wir glaubten es auch nicht. Eine Fahrt damit, und Sie sind bekehrt.

Lassen Sie uns ein paar Tage, um seine Mücken und seinen Staub zu beseitigen, und freuen Sie sich auf aktuelle Fotos dieses begeisternden Parade-Beispiels von einem US-Car, das eben DOCH so fahren kann, wie wir uns das alle wünschen, um damit warm werden zu können. Nicht nur ein Eye-Catcher für die Eisdiele, oder für beschauliche Fahrten ins Grüne, bei denen man während der Fahrt Blumen pflücken kann… Sondern ein wunderschönes, gutliegendes, sauschnelles Mustang-Cabrio in Referenz-Zustand.

So einen hatten wir in der Tat noch nie. Daher sind wir allesamt erstmal froh, dass er hier ist, denn das Wetter spielt uns gerade sehr in die Karten… 😉

289 Daumen hoch und mit den besten Empfehlungen. Oder besser 302 davon…
Ihr DLS – Team

 

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