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Mercedes Benz 250 SE-C W111, unrestauriertes Traum-Coupé der 60er-Jahre

Natürlich ist Geschmack nunmal Geschmacksache. Darüber läßt sich vortrefflich – oder gar nicht streiten. Bis dahin sind wir uns alle einig und beteuern bereits an dieser Stelle unser Harmoniebedürfnis, ja fast schon Konfliktscheue. Bei ein paar wenigen Typen jedoch bestehen wir darauf, Sie wieder und wieder darauf anzusprechen, um es nicht oft genug zu sagen: es gab in den vergangenen ca. 135 Jahren seit der Erfindung des Automobils skurrile, häßliche, praktische, kuriose, futuristische, schöne, ja sogar bildschöne Automobile. Oft lag die spontan erkannte Schönheit im Auge des Betrachters, weil sich schon früh herausstellte, daß ein und dasselbe Grund-Modell auf einen bunten Strauß von Interessenten mit jeweils verschiedenen Anforderungen. So entstanden wohl die ganzen Modellvarianten wie 2-Türer, 4-Türer, Cabriolets, Pick-Ups, Kombis und schließlich die Coupés.

Letztere wurden in den seltensten Fällen wegen ihrer praktischen Eigenschaften ausgesucht, sondern meist von wohlsituierten Schöngeistern, die in dieser Karrosserieform die Vollendung der Linien und Kurven erkannten. Meist wurden diese Coupés an sehr betuchte Kundschaft verkauft, die ein Vielfaches vom Grundpreis der einstiegsmotorisierten Limousine bereit war, dafür zu bezahlen, und darüber hinaus meist länger auf „ihr“ Auto warten mußten, weil dieses nicht einfach vom Band lief, sondern mehr oder weniger in Manufaktur-Abteilung größtenteils handgefertigt wurde.

Für das Adjektiv „schön“ zum Thema Aussehen gab und gibt es das Komperativ „schöner“ und schließlich das Superlativ „am schönsten“. Aus unserer Sicht können sehr wenige Automobile dieses Superlativ noch toppen durch die Zeitlosigkeit ihrer Schönheit. Im Falle des „großen“ Coupés vom W111 sogar noch darüber hinaus steigerungsfähig durch die inzwischen vergangene Zeit. Nach über einem halben Jahrhundert ist spielt beim Betrachten dieser Skulptur natürlich auch der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle. Die Gnade der frühen Geburt vorausgesetzt sah man diese Fahrzeuge ja schon vor 50 Jahren vorbeigleiten, oder mit etwas Glück stehend vor den Garageneinfahrten großzügiger Villen, auf noch großzügigeren Grundstücken von Gegenden gebaut, die man heute gerne „Triple A“ nennt.

Wer da wohnte, hatte es geschafft. Wer so einen „Benz“ fuhr, hatte es geschafft. Das Wirtschaftswunder Deutschland war auf seinem Höhepunkt, „man“ war wieder wer, die Kleider der Damen wurden bunter und eleganter, die Wiesen grüner, und den Gesichtern der Menschen sah man wieder den verdienten Wohlstand an. Man leistete sich endlich wieder was, und die Automobilindustrie gab alles! Chrom, Panoramascheiben, Weißwand-Reifen und komfortable Federungen waren die Renner der 60er-Jahre. In den Prospekten räkelten sich adrett gekleidete Damen in der hinteren, linken Ecke der hinteren Sitzbank mit übereinandergeschlagenen Beinen und einer Beinfreiheit zum Vordersitz, die noch Platz für einen Überseekoffer bot….die Zeiten, in denen man sich mit der Lambretta über den Brenner zum 3-wöchigen Bibione-Urlaub im Zelt aufmachte, waren endgültig vorbei.

Genau zu diesem Zeitpunkt – goldrichtig also – kam diese Lichtgestalt von Oberklasse-Coupé auf den Markt. Es kostete unvernünftig mehr, als die Limousine dieser Baureihe, und zu allem Überfluss wurde es (das Coupé) auch noch als 4-sitziges Cabriolet gebaut, indem man ihm das feste Dach abnahm, es verstärkte und versteifte, ihm einen Verdeckkasten und ein stramm sitzendes Verdeck ein- bzw. aufsetzte und es dadurch ca. das 4-fache der Limousine kostete.

Zum unserem angebotenen Coupé können wir Ihnen vorab so viel verraten: wir kauften es vor ca. 9 Jahren im Veneto Italiens aus der Gegend um Treviso, bekanntermaßen wirtschaftlich außerordentlich erfolgreiche und damit reiche Stadt durch viele Selbstständigen, Kleinunternehmer und Mittelständler, die offenbar ein sehr glückliches Händchen haben.

Wer sich 1966 ein Mercedes Coupé 250 SE in Italien leisten konnte, mußte entweder ein Adeliger, oder ein äußerst erfolgreicher Großunternehmer sein, denn dieses Automobil kostete seinerzeit schlichtweg fast 50% mehr als in Deutschland. Und wahrlich – hier war er schon alles andere als „günstig“.

Andererseits wurden diese Art von Automobilen in Italien aus völlig anderem Grund gekauft, als hier.

Während der deutsche Käufer neben seinem prallen Portemonnaie auch Sinn fürs Praktische mitbrachte und seinen Neuerwerb im besten Fall Tag und Nacht im Einsatz hatte, genoß der typische Automobilist italienischer Herkunft seinen Wagen ausschließlich am Wochenende unter allerbesten Bedingungen. Unsere jahrzehntelangen Erfahrungen mit Fahrzeugen aus Norditalien und solcher Kategorie sind daher die allerbesten in Bezug auf bestens erhaltener Substanz selbst bei Autos aus den Nachkriegsjahren. Kein Salz, kein Alltags-Stress, keine Langstrecken-Läufer und in den meisten Fällen sachkundiger Umgang sowohl bei Nutzung wie auch Wartung und Pflege erstaunen uns immer wieder aufs Neue! Von ihrem Schmutz und Staub befreit offenbaren sich Jahrzehnte alte Fahrzeuge als echte Perlen, die man nach vernünftiger Aufarbeitung aller neuralgischen Punkte direkt zum Prüforgan TÜV fahren kann und meist mindestens so erstaunten Gesichtern begegnet, wie bei einem gewissenhaft restaurierten Exemplar.

So einer ist dieser 250 SE, den wir Ihnen hier beschreiben. Ein Oberklasse-Coupé, das ziemlich unberührt sowohl seine Karosse, wie auch sein Interieur und seine gesamte Innenausstattung über die Jahrzehnte brachte und immer noch so aussieht, wie Sie es bereits auf den Fotos erkennen können.

Darum freuen wir uns auf konkrete Interessenten, denen wir die Eigenschaften dieses Traumwagens zeigen können. Wir bitten um Terminvereinbarung, nehmen uns dafür gerne die nötige Zeit, und freuen uns auf Ihren Besuch.

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Ihr DLS Team

ps: die Laufleistung ist die am Tacho abgelesene 5-stellige Anzeige und gilt natürlich nicht als angegebene Gesamtlaufleistung, die wir nicht beziffern können. Eine solche garantierte Laufleistung-Angabe bei einem inzwischen 54-jährigen Fahrzeug halten wir für unseriös und effektheischend. Für uns spielt der Ist-Zustand die wesentliche Rolle, die wir versuchen, so präzise wie möglich zu vermitteln.

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