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Mercedes Benz 280 SL Pagode, „Driver“

Diese Fzg.-Beschreibung fängt schon mal gut an. Mit ´nem Quiz!

Wissen Sie, warum die Pagode auf der Innenseite des jeweiligen Kotflügels eine angedeutete Sicke ab Werk mitbekam und wie diese angebracht wurde? Falls ja, sind Sie ein wirklich intimer Kenner dieser Baureihe und gehören zu maximal 5 % derer, die an jeder Pagode erstmal an diese Stelle fassen, um diese Sicke zu ertasten, aber auch wissen, warum diese denn überhaupt angebracht wurde.

Diese besagte Mini-Sicke wurde damals ab Werk am noch zerlegten Auto mit einer Art Meisel und Hammer von innen nach außen markiert, und schließlich dann von außen mit Zinn in Form gebracht, um abschließend mitsamt dem Auto lackiert zu werden. Der Grund für die Sicke war ein ganz simpler: Die beiden Chrom-Lampenringe wurden im Zuge der Gleichteile-Philosophie beidseitig gleich gepresst und konnten somit sowohl links wie rechts montiert werden. Da aber die Pagode auf jeder Außenseite eine Karosserie-Sicke entlang der ganzen Wagenlänge hatte und diese logischerweise schon am Chromring angedeutet begann, hätte man linke und rechte Chromringe mit jeweiliger Aussensicke herstellen müssen. So konnte man beliebig die Chromringe montieren und hatte in jedem Fall einen in die Karosserie übergehenden Anschluß…eigentlich sehr logisch, nicht wahr?

Nun, unsere Pagode hat irgendwann mal vor vielen Jahren eine Neulackierung bekommen, wobei in den meisten Fällen eben genau diese Sicke bestehend aus Zinn einfach mit abgeschliffen, aber nicht mehr angebracht wurde. Die inneren Sicken fehlen. Daraus kann man jedoch keinesfalls einen Unfall oder Kotflügeltausch herleiten, sondern maximal eine nach heutigen Maßstäben nicht ganz fachgerechte Neulackierung. Darüber haben wir schon so oft mit Interessenten unserer immer wieder angebotenen Pagoden gesprochen, daß wir an dieser Stelle einmal mit diesem Thema aufräumen wollen. Es handelt sich bei dieser Sicke eine rein optische Maßnahme, die dem Hersteller Mercedes Benz von vielen Jahren das Leben in der Herstellung und Lagerhaltung der Lampenringe leichter machte. Nicht mehr, nicht weniger.

Und nun zu unserem 280 SL.

Diese Pagode hatte vor ca. 3 Jahren keine Chance, nach Anlieferung in Ruhe abzukühlen. Ein guter Freund des Hauses war vor dem Eintreffen der Spedition über ihre Ankunft informiert worden, und stand quasi schon bei der „Löschung“ der Fracht bereit.
Eine halbe Stunde später konnten wir ihr nur noch nachwinken. Probefahrt, Hebebühne, Besichtigung vom Kfz.-Meister, kurzes Gespräch und zack – war sie verkauft.

Was vor allem auffiel, war ihre absolut ehrliche Reife und Patina, die sie sich im Laufe der letzten 50 Jahre – davon rund 40 Jahre in Kalifornien – erwerben konnte. Keinerlei Schweißorgien, keinerlei erwähnenswerte, sichtbare Unfallspuren, keine neuen Sitzbezüge, Teppiche oder Verdeck. Sie war bis auf eine viele Jahre zurückliegende Lackierung sozusagen unberührt, oder besser: in Ruhe gelassen worden.
Ohne jegliche Dokumentation konnten sowohl wir, als auch der fachkundige Käufer uns nur am aktuellen Ist-Zustand orientieren und unsere Schlüsse daraus ziehen, wie diese Pagode wohl die letzten Jahrzehnte verbracht haben mochte.

Nun, unser Thema war es nicht mehr, denn sie wurde uns regelrecht entzogen, bevor wir uns auch nur ein bisschen drum kümmern konnten. Damals war sie bereits rund 10 Jahre in Deutschland und verbrachte diese Zeit beim 1. deutschen Besitzer, der diese Pagode wohl genau so, oder so ähnlich erhalten haben musste, denn auch er hatte uns nicht viel mehr zu sagen, als daß er damit jedes Jahr mal zur Inspektion und zum Ölwechsel in die Werkstatt ging, um anschließend eine Sommer-Saison nach der anderen sorgenfrei Pagode zu fahren.

Ausser Spesen nix gewesen.

Ganz so jedoch sah es unser Freund und Käufer nicht mit dem Belassen der Pagode. Obwohl das Auto schon ab der Übernahme bei uns direkt in die Saison 2017 hätte starten können, waren doch einige aufgefallenen Dinge dran, die aus seiner Sicht zu beseitigen waren. Und so wurde daraus sozusagen eine „Rolling Restauration“ (wobei „Restaurierung“ definitiv zu hoch gegriffen wäre.)
Während die Pagode direkt nach neuem TÜV und allgemeiner Durchsicht zugelassen und fast täglich gefahren wurde, nahmen sich einige Spezialisten die Innenausstattung vor, ohne sie gleich gegen Neuteile zu ersetzen. So wurden den beiden Sitzen neue Innereien spendiert, damit die nötige Festigkeit wieder gegeben war. Ein neues Verdeck und die Neujustierung des Verdeckgestänges machten sie nicht nur wesentlich hübscher, sondern in Verbindung mit neuen Türdichtgummis und Verdeckleisten an den Fenstern gleichzeitig auch dicht.
Die Einspritzanlage wurde geprüft und überholt, alle Riemen ersetzt, Ventile eingestellt, ein neuer Wasserkühler installiert. Bremsen, Achsen, Motor u. Getriebe wurden konsequent auf alle eventuellen Fehler und Gefahrenquellen geprüft und bei Bedarf instandbesetzt oder erneuert. Ebenso wurde das Holz im Innenraum neu überarbeitet, der fehlende Heizungs-Kühler wieder eingebaut, alle Züge gangbar gemacht oder erneuert usw., usw., usw.
All das geschah während der saisonalen Nutzung für Fahrten aller Art, z.B. mehrere Rallyes auch im umliegenden Ausland, oder auch mal Urlaub in der Toskana.

Die ungebrochene Beliebtheit der Pagode im Oldtimer – und Klassikermarkt hat drei wesentliche Gründe: sie ist erstens mal bildschön! Sie ist zweitens ein Mercedes aus den 60ern, was bedeutet, daß sie wie alle Mercedes aus dieser Ära praktisch aus dem Vollen gefräst wurde. Ein Auto für alles. Und für alle. Pagoden werden nicht selten von den Enkeln der Erstbesitzer gefahren, und diese denken nicht im Traum daran, sie herzugeben! Sie werden weitergereicht, weil Mercedes damals Autos baute, die weit mehr als ein übliches Autoleben „halten“ sollten. Und sie ist schließlich drittens eine der solidesten und sichersten Investitionen in diesem Bereich. Sie ist einer der wenigen „Blue Chips“, eine Bank. Trotz ihrer damaligen Beliebtheit und damit hohen Stückzahl von ca. 43000 Einheiten erfreut sich die Pagode ungebrochener Beliebtheit und Begehrlichkeit.

Das hatte schon damals seinen Preis, keine Frage. Eine Pagode konnte damals bei ihrem Erscheinen nicht nur kurzfristig durch ihr sensationelles Design im Sturm erobern, sondern verdiente sich durch ihre unbedingte Funktion unter allen denkbaren Bedingungen einen Stammplatz in der Familie.

Aber das nur am Rande, um ein wenig den Hintergrund und die Intention hinter unserer nun angebotenen Pagode zu beleuchten.

In unsere Pagode können Sie einsteigen und losfahren, und zwar nicht nur bis zur nächsten Überraschung, sondern zur Not ans Nordkap oder auch nach Gibraltar. Volltanken, Luft checken, Öl prüfen, und ab geht die Reise! Wenn es sein muß, sogar mit Hardtop, das zum Auto gehört.

Der Motor ist eine Bank, sowohl thermisch als auch öldruckseitig kerngesund! Das Automatik-Getriebe ist so gut, wie es bei einem Mercedes der 60er-Jahre sein kann: es schaltet einwandfrei an seinen vorgegebenen Punkten rauf und runter, macht das aber wie jeder Automat dieses Hauses und in diesem Modell, relativ hart und ohne nennenswerten Wandlerschlupf. Aber das wissen diejenigen, die sich für dieses Fahrzeug interessieren.

Kommen wir zum Preis: in diese Pagode wurden innerhalb der letzten 3 Jahre rund €20000.– und hunderte von Stunden Arbeit investiert, wenn sie gerade mal nicht gefahren wurde, wozu sie jedoch zu jedem Moment in der Lage war, will heißen – es waren aus rein subjektiver, optischer Sicht des Vorbesitzers Arbeiten, die er sich wünschte und deswegen auch vornehmen ließ. Ohne Frage sieht sie damit sehr viel besser und frischer aus, aber fahren lässt sie sich dadurch kein bisschen besser. Dafür sind alle technischen Arbeiten der letzten Jahre zuständig, und die spürt man ab dem ersten Meter.

Wenn Sie also eine Pagode suchen, die noch im bezahlbaren Rahmen liegt und ihren neuen Besitzer nicht nur durch ihre Form, sondern vor allem durch ihre Funktion stolz und glücklich macht, sind Sie sehr wahrscheinlich angekommen. Sollte dem so sein, bitten wir Sie um eine Terminvereinbarung zur Besichtigung, um sich von dem hier Gelesenen zu überzeugen, und freuen uns auf Ihren Besuch.

Von Driver zu Driver
Ihr DLS Team

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Betreff: Anfrage zu "Mercedes Benz 280 SL Pagode, „Driver“"
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