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Porsche 911 Carrera 3.0 targa

Zur Einstimmung auf diesen Wagen empfehlen wir Ihnen die Lektüre des nachstehenden Artikels, erschienen im Classic Driver Magazin in 01.2017: https://www.classicdriver.com/de/article/autos/der-porsche-911-carrera-30-war-das-bindeglied-zwischen-zwei-ikonen

Der Carrera 3.0, das Bindeglied also. Zwischen dem Homolagationsmodell 2.7RS und dem beatmeten 930 turbo-Biest. Genau einen dieser heimlichen Helden präsentieren wir Ihnen hier. Einen von 479 gebauten Carrera 3.0 targa aus dem Jahr 1976.

Dieser Elfer wird 1976 in Deutschland an eine Hamburger Werbeagentur erstausgeliefert. Dass er auf direktem Weg von Beginn an nicht in die USA verkauft werden darf, weil er die strengen Abgasvorschriften nicht erfüllt, wissen aufmerksame Leser des vorab empfohlenen Artikels. Das schließt aber natürlich nicht aus, dass sich ein Amerikaner – Mister D. – , der aus Berufsgründen in Ansbach/ Deutschland beheimatet ist, für den Kauf des Wagens im Jahr 1984 bei Kilometerstand 83.540 entschließt. Der Preis: 23.000 DM. Von diesem 02. Januar 1984 an – der originale Kaufvertrag liegt natürlich vor – liest man sich durch eine nahezu beispiellose Geschichte bzw. Dokumentation. Meist in Form von Rechnungen, mitunter auch Korrespondenzen mit den Händlern und Werkstätten.

Bis Ende 1985 verbleibt der Wagen in Deutschland, knackt mit dem pedantischen Mister D. hinterm Steuer die 100.000km-Marke und tritt dann gemeinsam mit seinem Besitzer die Ausreise in die USA an. Vorher noch wird der Tacho umgerüstet, im September 1985 – von 102.718 km auf 63.826 mls. Das neue Zuhause: Fort Hood, eine der größten Militärbasen der USA in Texas. Eine Militärbasis? Ja. Mister D. ist bei der Nato. Neben seiner Arbeit scheint er die Fahrten mit seinem Wagen zu genießen, er schreibt er die Geschichte des Porsches in Form von Rechnungen und Korrespondenzen fort, scheut keine Kosten und Mühen in der Wartung. Auch Mister D.’s Frau ist voll involviert in die Bemühungen rund um den Carrera 3. Das begeistert. Aus der Zeit bei Mister D. liegen uns Rechnungen und Belege vor, wie man’s sich nur wünschen kann. Zu viel, um an dieser Stelle alles im Einzelnen aufzuführen. Genug, um damit mehrere Feierabende bzw. Wochenenden zu verbringen und in die Geschichte des Autos einzutauchen. Einen wesentlichen technischen Eckpunkt in diesem dicken roten Ordner wollen wir hervorheben: Im Februar 2004 wird der Porsche einer Motorrevision unterzogen – der Tacho zeigt 95.873 mls, der Preis für die Arbeiten: 11.700 Dollar.

Im April 2006 finden wir einen Ausdruck, voll mit handschriftlichen Notizen. Die Handschrift ist uns nicht bekannt – nicht die von Mr. und auch nicht die von Ms. D. Wir glauben eine Wegbeschreibung zu entziffern – Notizen, die man sich im Rahmen eines Telefonats macht. Eine Wegbeschreibung zu Mister D.? Er wird doch nicht… Doch. Hat er. Besitzerwechsel. Nach 22 Jahren. Ab April 2006 beim Tachostand von 100.152 mls schreibt also Mister M. aus Texas die Geschichte des Carrera 3.0 targa fort. Wieder zahlreiche Rechnungen und Belege, Teppichmuster, Aufkleber…

Und dann: 2012. Hier. Ein deutscher TÜV-Bericht, ohne festgestellte Mängel. Da. Ein Gutachten für die Einstufung eines Fahrzeugs als Oldtimer. 113.397 Mls. Der ursprüngliche Kilometer-Tacho kommt wieder zum Einsatz. Zack. So schließt sich der Kreis. Der Carrera 3 ist zurück. 27 Jahre und 100.000km später, mit bestem amerikanischem Einfluss.

Der vierte Besitzer lässt den Wagen im Juli 2013 auf sich zu und genießt ihn – bis heute. Weil aber nicht nur Autos Geschichten schreiben, sondern auch das Leben – und weil die Familienplanung, der Hausbau, die Motorräder… den Carrera 3 zu sehr in den Hintergrund geraten lassen, steht der Porsche jetzt wieder zum Verkauf. Bereit für eine neue Geschichte, bei einem neuen Besitzer.

Mit den besten Empfehlungen für diesen heimlichen Helden
Ihr DLS-Team.

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