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SAS Saporoshez 968A // “Stalins letzte Rache”

Der Saporoshez war eine Automobil-Baureihe des sowjetischen, beziehungsweise ukrainischen Herstellers Saporisky Awtomobilebudiwny Sawod (SAS) in der Stadt Saporischschja; die Baureihe wurde von 1960 bis 1994 hergestellt. Umgangssprachlich wurden die Fahrzeuge in Deutschland – vor allem in der DDR – meist Saporosch oder einfach Sapo genannt. In den westeuropäischen Ländern wurde Saporoshez unter den Exportnamen Yalta/Jalta, Eliette und ZAZ verkauft.

Lustig finden wir in diesem Zusammenhang einige der durchaus auch liebevoll gemeinten Spitznamen:

„Stalins letzte Rache“ (siehe Literatur), „Zappelfrosch“„Kremlwanze“, „Russenpanzer“. Andere Namen waren „Sabberfrosch“, „Soljankaschüssel“, „Chruschtschows Rache“, „Kolchosentraktor“,  oder „Taigatrommel“.

Der russische Kleinwagen ähnelte in der hier abgebildeten Variante sehr dem NSU Prinz 4, allerdings mit einem wesentlichen technischen Unterschied: Der “SAS” hat 2 Zylinder mehr! Insgesamt 4, in V-Form angeordnet und allesamt luftgekühlt, verbunden mit einem synchronisierten 4-Gang-Getriebe und Heckantrieb.

Diese Autos prägten wie die Trabis , Wartburgs und Moskwitsch das Straßenbild des deutschen Ostens und waren in den meisten Fällen der ganze Stolz der Familie. Die Zuteilung ab Bestellung nahm in aller Regel viele Jahre in Anspruch, in denen man sich finanziell darauf vorbereiten konnte, den Neuwagen in Bar zu übernehmen. Eine Entscheidung von weittragender Bedeutung! Die nächste Bestellung konnte im Grunde mit der Abholung des Neuwagens abgegeben werden, und das Spiel begann von Neuem…entsprechend wurden diese Autochen “personalisiert”. Die Eigner betrieben eine Art “customizing” der besonderen Art, indem sie z.B. Heckjalousien, besondere Panorama- Rückspiegel, ergonomisch optimierte Schaltknaufe, Klemmbrettchen für die rasch zu machenden Notizen während der Fahrt (Vorgänger der inzwischen üblichen Cam an der Frontscheibe russischer Automobilisten), Sonnenbrillen-Halterungen, Münzspender für die Parkuhr oder ähnliche Accessoires anbrachten, die sie für mehr oder weniger sinnvoll erachteten.

Entsprechend gleicht kaum ein Auto dem anderen, allein schon wegen eben dieser Individualisierung der Besitzer. Unser angebotenes Fahrzeug hat ebenfalls einiges an schrulligen Details zu bieten, wenn man ihn aus der Nähe betrachtet. So zum Beispiel wurde an jeder erdenklichen Stelle, an der sich Rost bilden könnte, eine Substanz angebracht, mit der wir es bisher noch nicht zu tun hatten. Es handelt sich um eine Art Haftfett, das sich schon seit vielen Jahrzehnten hartnäckig zu halten scheint….jedenfalls empfehlen wir jedem Betrachter, sich nur mit gebotener Vorsicht diesem makadam-ähnlichen Schutz zu nähern. Einmal an der Haut, kann wahrscheinlich nur noch stark toxisches Reinigungskonzentrat helfen…man kann sich also aussuchen, ob man jahrelang von diesem pechartigen Rostschutz, oder von Heilnarben des Reinigers gezeichnet wird.

Jedenfalls scheint es Wirkung zu zeigen, was immer es ist! Unter diesem Mittel hatte der Rost augenscheinlich keine Chance – wer es schafft, ein Lösungsmittel aufzutreiben, das stark genug ist, um diese stark haftende Substanz ohne Lack – oder gar Blechbeschädigungen zu entfernen, wird ziemlich sicher angenehm überrascht durch unversehrte Substanz.

Der TÜV jedenfalls bescheinigte dem Fzg. uneingeschränkte Tauglichkeit und gab ihm 2 Jahre freie Fahrt mit H-Zulassung. Ein untrügliches Indiz für funktionstüchtige Technik und rostfreie Karosserie.

Wir haben uns auch eine Probefahrt damit gegönnt, und siehe da- er schurrt trotz fehlendem Wassermantel mechanisch leise, er beschleunigt…irgendwie auf über 100 km/h, und soll mit etwas Geduld sogar 125 Sachen erreichen! Er schaltet und bremst, das Licht und die Blinker funktionieren, wie sie sollen. Auf seine Art wirkt es sogar nach kurzer Zeit heimelig durch all die persönlichen Dinge des Erstbesitzers, die allesamt im Wagen verbaut sind. Hätten wir bei der Probefahrt Sonne gehabt, wären wir auch sehr sicher dankbar für die Heckjalousie gewesen. Auch der Notizblock am Armaturenbrett macht Sinn, sofern der Beifahrer dem Piloten vertraut und ab und an die rechte Schreibhand vom Haltegriff nimmt. Mit dieser können dann lesbare Aufschriebe erledigt werden, z.B. die Skizze einer kniffligen Kreuzung, um sich beim nächsten Durchqueren bereits vorher ein Bild der kommenden Situation zu verschaffen!

Praktisch einfach!

Im Ernst jetzt – wir hoffen, Sie haben unsere Zeilen zu dem wirklich interessanten “Saporosch” genauso schmunzelnd gelesen, wie wir sie verfassten. Er ist das Salz in der Suppe, und er hat ganz klar seinen Platz im Setzkasten unseres Hobbys verdient. Die Ersatzteilversorgung scheint für die nächsten Jahrzehnte gesichert, wenn man den paar wenigen, aber dafür umso sortierteren Spezialisten glaubt, die sich diesem Eye-Catcher widmeten. Davon ab sind wir aber davon überzeugt, daß man sich mit etwas technischem Geschick an die meisten Arbeiten selbst dran wagen kann und in den meisten Fällen ohne fremde Hilfe zum Ziel kommt, weil das Auto – wie eben damals den Umständen der DDR und Sowjetunion geschuldet – entsprechend einfach und logisch gebaut wurde. Ein Vergaser, zwei Einstellschrauben, 4 Zündkerzen, 8 Ventile….mehr gibt´s kaum zu tauschen oder einzustellen, und schon geht´s weiter!

Da wir kaum vergleichbare Automobile am Markt finden, wollen wir unseren Preisvorschlag als eben solchen verstanden wissen.

Wenn Sie also dieses Autochen reizt und Sie ihn dringend in Ihrer Garage stehen haben wollen, dann reden Sie mit uns und schauen Sie sich das Auto einfach mal an. Wenn Ihnen der Saporosch zusagt, werden wir uns sicher einig.

Nicht vergessen!  TÜV, AU und Inspektion sind frisch gemacht, er könnte also direkt in die kommende Saison gefahren werden!

 

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