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Volkswagen Käfer 1200 // „Militär-Fahrzeug“ für grobes Gelände // Rarität!

Mit diesem Kraftwagen hatten wir Großes vor!

Er sollte mit weiblicher Besatzung – dem „Liselotte-Racing-Team“ – die Herzen im Sturm erobern, wenn er beim GP Ice Race 2020 antritt. Extra dafür erhielt unser im Wesen äußerst genügsamer Military- Käfer außer mehreren Spitznamen wie „Liselotte“ oder „Cornel Hathi“ (die älteren erinnern sich vielleicht noch an den schrulligen Kompanie-Führer aus dem Disney-Film „Das Dschungelbuch“) eine intensive Inspektion mit Erneuerung der Bremsanlage samt Haupt- u. Radbremszylindern, neue Reifen (mit Spikes!) und weitere Goodies wie frischen TÜV, AU und H-Kennzeichen und schließlich die Zulassung.

Wäre da nicht ein Aston Martin der besonderen Art in die Quere gekommen, wäre dieser Käfer sehr sicher eine der kuriosesten Attraktionen bei diesem Event gewesen, obwohl er nur 34 PS hat und im Grunde nur brav fährt. Das ist aber auch gleichzeitig sein Geheimnis.

Er fährt.

Und das tut er unter allen denkbaren Umständen. Nicht nur, weil es ein Käfer ist, der bekanntlich fährt, und fährt, und fährt, und fährt….sondern weil man sich verlassen kann, daß er immer fährt. Und sollte er das aus welchem Grund auch immer nicht mehr tun, reicht in aller Regel ein Leatherman oder ein Schweizer Messer, um ihn wieder flott zu kriegen. Dann fährt er wieder.

Wir würden ihn ja gerne bei einer Veranstaltung wie LeJog oder ähnlichen Hardcore-Rallyes sehen, aber vermutlich landet er über kurz oder lang einfach bei seinem neuen Besitzer, der ihn einfach nur so mag, wie wir es tun – weil er so ….einfach ist. Und doch so anders.

In der Tat kannten wir diesen Typ Bundeswehr-Käfer bisher noch nicht, und wir wissen auch nicht, wofür ihn unsere Soldaten der BRD einsetzten. Offenbar gibt es jedoch Situationen, in denen ein Auto durch knietiefe Flüsse fahren können muß, ohne mittendrin auszugehen. Seine Umrüstung macht ihn bis ca. 50 cm auspuffseitig watfähig, weil sein Endrohr nicht wie üblicherweise aus 2 solchen besteht, sondern in eins gebündelt wie ein Periskop nach oben geht und weit oberhalb der hinteren Stoßstange seinen Auslass hat. Trockene Luft ansaugen könnte er dagegen in Höhen bis weit über einen Meter, wenn seinen Passagieren buchstäblich schon längst das Wasser bis zum Hals steht…sein Tarnlicht auf dem linken Kotflügel sollte ihn wohl nächtens unbemerkt von Gegnern aus der Luft durch Wald und Flur latschen lassen, wofür er deutlich höher gestellt, und mit grobstelligen Ballonreifen ausgerüstet wurde.

Den beruhigend vollen Spritkanister an seiner Hüfte tragend hat er eine zusätzliche Reserve dabei, die ihn für weitere 50 km aus der Gefahrenzone fahren lässt, im Fall der Fälle. Oder rein ins Getümmel, je nach dem. Sein fest montierter Klappspaten an der vorderen Stoßstange, direkt neben dem zarten Kuhfänger, ist sofort zur Hand, wenn sich der Fahrer mal freischaufeln soll…aus unserer Sicht eines der unsinnigsten Extras an diesem Auto, denn wie wir alle wissen, fährt und fährt und fährt der Käfer ja. Durch alles. Wasser, Morast, Dickicht, wahrscheinlich sogar das Moor und Treibsand können ihn nicht stoppen. Schließlich hat er auch einen Suchscheinwerfer in Reichweite des Fahrers installiert bekommen, mit dem sich die Gegend auskundschaften läßt.

Sein Betriebsstunden-Zähler sagt 355 Stunden. Daher gehen wir wohlwollend davon aus, daß seine Tachoanzeige von rund 28000 km durchaus stimmen könnte und die Gesamtlaufleistung bedeutet. Üblicherweise werden solche Autos während ihrer Dienstzeit beim Bund überdurchschnittlich oft gewartet, da sie immer dienstbereit zu sein haben. Darüber werden eventuell interne Vermerke geführt, aber das bei „Zivilisten“ übliche Scheckheft fehlt ihm genauso, wie sein Bordbuch samt Bedienungsanleitung. Wozu auch? Ein echter Landser weiß nach 2 Minuten, wie ein Käfer funktioniert und wo er was ein- und auszuschalten hat. Bedienungsanleitungen sind eh was für Schattenparker und Brötchen-über-der-Spüle-Aufschneider…einen roten Hebel ziehen und es kommt warm aus den paar Öffnungen, die genügen müssen. Einen Schalter für das Licht, einen für die Warnblinkanlage, und alles andere findet sich rund ums Lenkrad. Ende des Rätsels.

Verehrte Leserschaft,

selten hat uns ein Käfer so sehr mitgenommen, wie dieser. Wir hatten schon viele zu Besuch bei uns, meistens welche mit richtig Pfeffer unter dem Heckdeckel! Aber dieser hier hat uns nachhaltig abgeholt und wieder mal unsere Meinung gefestigt: ein Automobil braucht keine 300 PS, um unbändigen Spaß zu machen! In diesem Fall reichen 34 davon völlig aus, um seinen Insassen ein heftiges Dauergrinsen ins Gesicht zu zaubern. Empfohlen wir unser Scuba-Käfer vor allem denjenigen, die sich unter allen Umständen vom Allerlei klassischer Automobile unterscheiden wollen. Aber nicht um jeden Preis. Nicht, weil der Käfer ein gewaltiges Loch ins Budget reißen würde, im Gegenteil! Er kostet etwas mehr, als heute bereits für gute E-Bikes bezahlt wird…Aber er kostet deutlich weniger, als die meisten der Fahrzeuge, die auch nur annähernd so konstant und loyal zu ihrem Besitzer sind, wie unserer. Man will ihm eigentlich pfeifen, wenn er kommen soll….

Bringen Sie etwas Zeit mit zur Besichtigung, wenn er Sie spontan erreicht haben sollte und unbedingt Ihre Sammlung erweitern muß! Sie dürfen ihn dann auch selbst manuell mit der Kurbel starten! Was ein Spaß, glauben Sie uns! Eine beherzte Umdrehung und tappertappertapper hören Sie ihn vertraut im Standgas laufen wie ein paar Wollsocken…ach, er ist einfach herrlich. Simpel.

Mit 1200 besten Empfehlungen des gesamten DLS -Teams

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